Süßer die 7 nie klüngeln

Süßer die 7 nie klüngeln

Folgendes ist ein Gastbeitrag welcher mir in Vertrauen zugestellt wurde und dessen Inhalt auch meine Meinung widerspiegelt. Ich berichtete bereits am Rande Mitte Juli 2013 dass Katja Dathe längst als neue Fraktions-Geschäftsführerin feststeht, was unter Gelächter von den Verantwortlichen und Betroffenen abgetan wurde. Seit einigen Wochen wurde es auch offiziell und seit Montag arbeitet die ehemalige Landes-Schatzmeisterin und ehemalige BVV-Abgeordnete Katja Dathe in der Berliner Fraktion der Piratenpartei als Geschäftsführerin. Die Person hinter diesen Gastbeitrag ist absichtlich anonym. Wir haben nicht vergessen welche Hetzjagd der ehemalige Fraktionschef Lauer seiner Zeit auf der Suche nach „Verrätern“ anzettelte. Die Quelle bleibt verborgen, aber der Beitrag spricht für sich selbst. Aber lest selbst:

„Wir erwarten mehrjährige, einschlägige Berufserfahrung im Bereich Büro, Personalwesen und Organisation sowie in Prozessanalyse und Prozessdesign. Idealerweise verfügen Sie über verwaltungsbezogene, betriebswirtschaftliche und/oder juristische Kenntnisse. Ein abgeschlossenes Studium in diesen Bereichen schadet mit Sicherheit nicht, ist aber kein Muss. Sie nutzen moderne IT-Anwendungen über die herkömmlichen Office-Kenntnisse hinaus sicher und sind mit Etherpad, Wiki, Redmine und LiquidFeedback bereits vertraut oder bereit, diese Kenntnisse zu erwerben.“

Kein Mensch erwartet, dass bei einer Stellenausschreibung ein Unternehmen Menschen eingestellt werden, die zu 100 % dem Anforderungsprofil entsprechen. Es gibt immer ein paar Dinge, bei denen die eingestellte Person mal mehr, mal weniger Kompetenz aufweist, was letzten Endes nicht ins Gewicht fällt, wenn das Gesamtpaket stimmt. Ein Personalchef wiederum stellt im Normalfall auch keine Personen ein, bei denen zwischen Anforderungsprofil und vorhandener Kompetenz ein unübersehbares Loch klafft.

Es sei denn, der nicht geeignete Bewerber lässt seine Beziehungen spielen oder gehört wie der ehemalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung einer Seilschaft an, die die Möglichkeiten besitzt, „gute“ Freunde auf den gewünschten – und meist lukrativen – Posten zu heben.

Die oben stehenden Anforderungen stammen aus der Stellenausschreibung für die Fraktionsgeschäftsführung der Berliner Piratenfraktion und sind für ein ehemaliges Vereins- und Landesvorstandsmitglied einer Partei und jetzige Unternehmerin durchaus erfüllbar. Das Loch tut sich erst auf, wenn sich Mensch die Ausschreibung weiter durchliest, denn niemand, der Katja Dathe kennt – abgesehen von denen, die sie eingestellt haben – würde sie jemals damit assoziieren.

„Sie beherrschen moderne Managementmethoden wie zum Beispiel Lean Management oder Kanban und pflegen einen kooperativen, aktivierenden und motivierenden Führungsstil, der zielorientiert ist und Mitarbeiterinnen individuelle Freiräume lässt, damit sie ihr Potential entfalten können.“

Mir ist nicht bekannt, wie Katja ihr eigenes Unternehmen führt. Möglicherweise ist es erfolgreich, möglicherweise nicht – was ich  stark annehmen muss, denn sonst hätte sie sich nicht auf den gut bezahlten FGF-Posten beworben. Zudem ist diese Dame ungelernt, was bitte nicht falsch verstanden werden darf, da viele Dinge erst im Laufe des Berufslebens erlernt werden, aber moderne Managementmethoden wie Lean Management erlernt Mensch fast ausschließlich nur während eines Studiums oder einer entsprechenden Fortbildung. Deswegen bin ich mir nur gerade unschlüssig darüber, ob hier ein Mangel an Kompetenz oder das Fehlen selbiger vorliegt.

Wie oben geschrieben weiß ich nicht, wie diese Dame ihr Unternehmen führt, deswegen ist es notwendig, sich bezüglich ihres Führungsstils anderer Quellen zu bedienen. Nichts wäre da besser geeignet als ihr persönlicher Blog http://dathe.wordpress.com/.

In ihrem Blogbeitrag vom 01. Mai 2013 heißt es:

„Weil wir nicht in der Lage sind zu sagen wofür diese Partei steht. Weil wir nicht in der Lage sind Meinungsfreiheitsarschgeigen, Rechtsauslegern, Technokraten, Herrenrechtlern, Schreihälsen und Klugscheißern eine nachvollziehbare und verbindlich abgestimmte Mehrheitsposition um die Ohren zu hauen, die unmissverständlich klar macht:Deine Position ist nicht unsere Position. Wir wollen nicht was du willst. Wir sind die Mehrheit. Du bist eine laute Nerv tötende destruktive Minderheit.“

Spürt ihr auch diesen kooperativen, aktivierenden und motivierenden Führungsstil, der mit viel Herzblut und Elan in diese Zeilen geflossen ist? Ich für meinen Teil nicht – zudem fallen mir dazu viele Adjektive ein, die das hier beschreiben könnten, aber die drei geforderten sind definitiv nicht dabei. Interessant wäre auch dabei zu wissen, wie Katja die von ihr genannten sechs Gruppen definiert, denn das Problem dabei ist, dass es sich hierbei um Kategorien handelt, deren Bedeutungszuschreibung sehr subjektiv auf Grundlage der eigenen Lebenswelt und Gedankenmodelle erfolgt ist. Das kann zur Folge haben, dass sich an sich motivierte und engagierte Menschen in ihren Augen in eine dieser sechs Gruppen wiederfinden und Katja dann alles daran setzt, die ungeliebten „Störenfriede“ zu demotivieren oder gleich aus der Partei zu vertreiben. Das ist im übrigen eine sehr realistische Einschätzung, denn bei Frau Dathe handelt es sich um eine Person, die u. a. bereits den Wahlkampf eines Berliner Direktkandidaten manipulieren wollte, in dem sie verhindert, das diesem seine Wahlplakate geliefert werden. Selbe Person ist auch Verfasserin folgender Worte:

„Ich bin es leid, dass großartige Menschen mit großartigen Zielen und Visionen aus dieser Partei rausgemobbt werden und wir nichts, aber auch gar nichts dagegen tun können.“

Dieser Satz stammt ebenfalls aus oben angesprochenem Blogbeitrag und wurde damit kurze Zeit vor der versuchten Wahlkampfmanipulation geschrieben. Mir ist es schlicht und einfach nicht möglich, die richtigen Worte für diesen epischen Double Standard zu finden, weswegen es mir nur noch übrig bleibt, ihr das Fehlen einer weiteren Kompetenz zu attestieren:   „Dabei bleiben Sie selbstkritisch und haben ein hohes Maß an Selbstreflexion.“

Um die Stellenausschreibung fürs Erste abzuschließen:

„Sie vertreten die Interessen der Fraktion und beachten dabei die Arbeitnehmerrechte der Mitarbeiterinnen. Gegenüber den Abgeordneten der Fraktion entfalten Sie mit Fingerspitzengefühl die notwendige Autorität, um eine erfolgreiche politische Arbeit sicher zu stellen.

Sie sind vertraut mit der Piratenpartei, sowie der Internet- und Nerdkultur. Internetmeme sind Ihnen nicht fremd. Sie kennen das politische System Deutschlands und insbesondere Berlins. Sie besitzen ein hohes Maß an sozialer Kompetenz und sind im Konfliktfall vermittelnd.“

Diese beiden Absätze beinhalten gleich sechs Anforderungen, von denen sie sogar zwei erfüllen kann.

  1. Sie kennt das politische System von Deutschland und Berlin. Sie kennt das politische System von Berlin sogar so gut, dass sie die Bezirksverordnetenversammlungen und damit folgerichtig auch das Abgeordnetenhaus als „Bürokratiemonster“ und „Demokratiesimulation“ bezeichnen kann und deswegen die Abschaffung von selbigen fordert. Zugegebenermaßen kämpfen die Oppositionsparteien gegen Windmühlen, aber genau aus diesem Grund lässt Mensch die eigenen Mitstreiter nicht im Stich sollte es keine Nachrücker geben.
  2. Sie ist vertraut mit der Piratenpartei und dem drumherum. Ich hätte nicht gedacht, dass ihr ihre Strippenzieherei und Küchengespräche auch hier helfen können.Die anderen vier Anforderungen hingegen erfüllt sie nur teilweise oder gar nicht.
  3. Inwieweit sie die Arbeitnehmerrechte vertreten kann lässt sich schwer sagen, aber der Gesamteindruck von ihr lässt mich vermuten, dass sie hier nur teilweise als kompetent zu betrachten ist.
  4. Ein gewisses Maß an sozialer Kompetenz lässt sich ihr nicht absprechen, denn sonst wäre sie nicht an ihren neuen Posten gekommen. Der Teil, der sich absprechen lässt, ist der, wie sie mit ungeliebten Personen umgeht und das sie eine Kameradensau ist (siehe 1.)
  5. Die Interessenvertretung der Fraktion. Auch hier lässt sich nur eine begrenzte Kompetenz feststellen, denn mit einem Teil der Fraktion versteht sie sich in keinster Weise, weswegen sie hauptsächlich im Interesse ihrer 7-Piraten-Seilschaft handeln wird.
  6. Mit Fingerspitzengefühl Autorität gegenüber den Abgeordneten entwickeln und so eine erfolgreiche politische Arbeit sicherstellen. Zum einen gibt es in dieser Fraktion Menschen, die aufgrund ihrer Feindschaft zu Katja niemals ihre Autorität anerkennen werden, zum anderen wird sie gegenüber ihrer Seilschaft niemals Autorität entwickeln können, eben weil sie diesen Leuten ihren Posten verdankt, bis zur letzten Arbeitsminute von deren Gunst abhängig ist und jederzeit umgehend gekündigt werden kann. Weiterhin wird unter ihr niemals eine erfolgreiche politische Arbeit zustande kommen, da sie diejenigen unterstützt, die wie Lauer und Delius mittlerweile überheblich und selbstherrlich geworden sind und diejenigen behindern wird, die noch Wert auf solide Anträge und die Umsetzung des Wahlprogramms legen.

Katja Dathe ist sicherlich auf ihren Gebieten kompetent, aber das ist für die Besetzung des Fraktionsgeschäftsführungsposten bei weitem nicht ausreichend. Es bedarf einer Person, die es schafft, mit der Gruppendynamik 15 teils sehr spezieller Menschen zurechtzukommen und diese Gruppe zur Zusammenarbeit zu bewegen. Katja hingegen ist eher eine Spalterin und würde allein deswegen nicht für diesen Posten infrage kommen – selbst wenn die Fraktion nur aus Lauer, Delius, Weiß, Mayer, Herberg, Morlang und Höffinghof bestehen würde. Sie ist schlicht und einfach eine epochale Fehlbesetzung, die einzig und allein durch eben jene Abgeordnete (+einem weiteren Unbekannten) an diesen Posten gekommen ist. Seitens eines Großteils dieser Abgeordneten bestand spätestens – mich würde es nicht wundern, wenn es bereits Wochen vorher fest stand – seit der Entlassung der alten FGF, Daniela Scherler, Katja diese Stelle als Versorgungsposten zu geben. Zunächst nur interimsmäßig, wofür nie eine Mehrheit zustande kam, anschließend über die Stellenausschreibung, welche in Anbetracht der Tatsachen als Farce betrachtet werden kann.

Es ist mehr als traurig, dass solch ein Vorgang innerhalb der Piratenpartei – einer Partei, die anders sein wollte und sich auf ihren Wahlplakaten gegen Filz ausspricht – möglich ist. Wegen jeder Kleinigkeit, die irgendeiner Gruppe innerhalb der PP nicht passt, bricht sofort ein Shitstorm los – nur warum hier nicht? Wie soll gegen Klüngel und Filz in Deutschland vorgegangen werden, wenn er nicht einmal in den eigenen Reihen bekämpft wird?

Zuletzt noch ein persönlicher Appell an Katja:
Ich kann dich nur bitten, umgehend zu kündigen, um die Stelle für eine deutlich geeignetere Person freizumachen. Denn wenn du bleibst, tust du weder dir noch den anderen einen Gefallen.

 

2 Comments
  1. Mir gehen die Berliner Piraten schon seit 2 Jahren auf den Keks – jedenfalls das, was ich im LQFB entdecken konnte.

    Dummerweise heiße ich Katja und stamme aus Berlin – aber ich bin links-libertär mit Betonung auf libertär, d.h ich werde dafür kämpfen, dass die benannte andere Katja weiterhin ihre Schmutztiraden ablassen kann, aber ein GF-Posten hat sie sich damit in einer „angeblich“ liberalen (nicht autoritären) Partei nicht verdient.

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